Der Traum vom Fliegen

Du setzt dich in dieses Cockpit wie bei einem Rennwagen,
schließt diese Haube wie bei einem Jet,
und weißt genau: Das wird ein riesen Spaß!

So ungefähr läuft Segelfliegen ab. Es verbindet auf ganz besondere Art und Weise viele Aspekte der Natur, Technik und des Teamspiels. Aber fangen wir vorne an:

„… dieses Cockpit wie bei einem Rennwagen“

Im Rennsport steht Sicherheit an oberster Stelle. Kein Wagen wird zugelassen wenn er nicht ein Paket an Mindestanforderungen an Sicherheit und Stabilität erfüllt. Gleiches gilt für Flugzeuge im Allgemeinen und besonders für Segelflugzeuge. Die Entwicklung steht hier niemals still und es werden immer stabilere und sichere Flugzeuge gebaut. Die Zeiten des im freien Luftstrom Sitzens sind schon lange vorbei, wobei ich gestehen muss, dass Cabriofliegen, oder gar ein Flug auf einem Schulgleiter 38, wie sie in den 30er Jahren gebaut wurden ganz besondere Abenteuer sind.

Bleiben wir noch kurz beim Thema Sicherheit: Fliegen ist gefährlich. Über diesen Fakt brauchen wir uns nicht unterhalten. Allerdings wird an allen Ecken und Enden das Allerbeste dafür getan, es so sicher wie irgendwie möglich zu gestalten. Sei es durch eine gute Ausbildung (zum Beispiel wird niemand zum ersten Alleinflug geschickt, wenn nicht 2 gut ausgebildete Fluglehrer unabhängig ihr OK dazu geben), fortschrittliche Technik im Flugzeug (als aktuellstes Beispiel sei das Kollisionswarnsystem FLARM genannt) oder durch Checklisten während dem ganzen Flug, genau wie bei den Mädels und Jungs die mit Airbus und Co durch die Gegend düsen. Statistisch gesehen ist Segelfliegen übrigens ziemlich genau so sicher wie ein Flug nach Mallorca oder über den Atlantik.

„… schließt diese Haube wie bei einem Jet“

Viele mögen jetzt sagen: Das ist mir zu eng oder ich habe Höhenangst. Das ist erstmal okay, hat allerdings beim Segelfliegen nicht unbedingt einen Einfluss. Jemand der schon lange beim Segelfliegen dabei ist, hat mir mal erzählt dass er tierische Höhenangst hat. Mein Gesichtsausdruck war in etwa so wie deiner jetzt. Er erzählte weiter, dass er beim Fliegen einen festen Halt hat, und die deutlich größere Höhe die Angst garnicht erst hervorruft. Auch sagte er, dass er die Haube, welche ihn noch von der Umgebung trennt, nach kurzer Zeit in Vergessenheit geraten ist und man sich nur noch frei durch den Himmel bewegt. Raumangst würde also auch nicht aufkommen, da man eh mit ganz anderen Sachen beschäftigt ist. Zum Beispiel kann man sich die wundersame Schönheit der Natur anzuschauen. Die ist von oben tatsächlich meist noch schöner als vom Boden aus. Häufig kommt es vor, dass man zusammen mit Bussarden oder gar Adlern in der Thermik zusammen seine Kreise zieht. Dieser Anblick, wie die Tiere komplett mühelos 10 meter von einem entfernt durch die Luft gleiten und dabei meist besser sind als die technisch sehr ausgefeilte Maschine, ist jedes Mal aufs neue atemberaubend.

„… und weißt genau: Das wird ein riesen Spaß“

Das trifft tatsächlich auf jeden Flug zu, den ich gemacht habe, und das sind bisher um die 420. Im Zusammenhang mit Fliegen und Spaß hört man immer wieder mal von einem Fliegervirus, der einen angesteckt hat. Zweifelsohne gibt es sowas. Es wurde allerdings noch kein Medikament dagegen erfunden. Das Einzige was da wirklich hilft, ist der Sucht statt zu geben und Fliegen zu gehen. Anders als mit einem Virus kann man die Glücksgefühle die entstehen nicht beschreiben. Eine Beschleunigung von 0 auf 100 in teilweise unter 3 Sekunden, oder das tolle Gefühl nach 7 Stunden Flug durch die Eiffel, das Sauerland oder das Münsterland wieder am Heimatflugplatz anzukommen ist eben etwas nicht ganz alltägliches und zaubert immer wieder auch den alten Hasen ein breites Grinsen aufs Gesicht. Übrigens: Segelfliegen ist gleichermaßen für Jung und Alt geeignet.

Wenn du bis hier weitergelesen hast und noch nicht das X oben rechts in der Ecke gedrückt hast, kommen hier kurz noch ein paar Fakten, die dir eine Entscheidung hoffentlich erleichtern werden:

  • Segelfliegen als Pilot kannst du schon ab 14 Jahren. Mit einer Ausnahmeregelung geht das auch schon mit 13. Gastflüge gehen natürlich sobald du groß genug bist und nicht mehr durch die Gurte rutscht. Irgendwo zwischen 1.20m und 1.50m sollten es schon sein.
  • Während der Ausbildung kannst du mit etwa 600€ im Jahr rechnen. Das sind gerade mal 50€ im Monat, womit die meisten Tennisvereine teurer sind. Eckdaten der Rechnung dazu: etwa 60 Starts im Jahr und alle Kosten die für Prüfungen anfallen. (Und wer kann schon behaupten, dass sein Sportplatz halb Deutschland umfasst? ;) )
  • Einen Schnupperkurs kannst du bei uns auch machen, um herauszufinden ob Segelfliegen überhaupt etwas ist was dir Spaß macht. Der kostet 120 Euro und ermöglicht dir 10 Windenstarts innerhalb von 4 Wochen.
  • Fliegen ist ein ziemlich zeitintensives Hobby. Meist verbringt man das ganze Wochenende am Flugplatz, im Winter macht man Theorieunterricht und repariert selbst die Flugzeuge. Das hört sich im ersten Moment schlimmer an als es ist. Zeit für Freunde und Feierei bleibt trotzdem immer irgendwo.

Falls du dir immer noch nicht sicher bist: Obwohl wir am Flugplatz mittlerweile eingezäunt sind, wird dich niemand von uns beißen. Für einen Gastflug zwischendurch sind wir auch immer zu haben, und am Ende bleibt der Grundsatz: Fragen kost' nix!

In diesem Sinne: Ich hoffe wir sehen uns bald mal am und überm Flugplatz!

PS: Es wäre trotzdem cooler, wenn ihr vorher Bescheid sagt wann ihr kommt, damit wir morgens beim Briefing wenigstens ein bisschen planen können, wer wann fliegt. Das geht am besten mit einer kurzen oder über Kontakte die ihr eventuell bereits mit unserem Verein geknüpft habt.

Tim Wiechert

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